Die Fertigung tritt in den Mittelpunkt

Durch kurz vor der Realisierung stehende Digitale Lieferketten (siehe Automotive Network Catena-X) befindet sich die Produktions-IT in einem nie zuvor gekannten Wandel.

Die Fertigung tritt in den Mittelpunkt
BernhardRohe_Logo.jpg

Bernhard Rohe

Geschäftsführender Gesellschafter ViewSystems

Bisher wurde die Fabrik von der Unternehmens-IT eher stiefmütterlich behandelt. Der Schwerpunkt lag bisher deutlich in der Verwaltung. Hier sind die Abläufe besser standardisierbar als in der Fertigung, um die sich die IT-Abteilungen nicht großartig kümmern mussten. Wen hat beispielsweise interessiert, welche Betriebssystemversion auf dem Bediensystem der Maschine installiert ist und ob sie einen Ethernet-Adapter für den Anschluss an das Unternehmensnetzwerk hat?


Hat sich die Unternehmens-IT bisher dafür interessiert, welches Betriebssystem auf dem Bedien-Panel der Maschine läuft?

Ernüchternd ist auch, dass selbst durch millionenschwere und jahrelange Investition in ERP und MES keine wirklich brauchbaren Lösungen für die Produktion entstanden. Wen wundert es, dass das Produktionsteam sich mit jede Menge Excel-Anwendungen beholfen hat, die übrigens von der IT wenig Beachtung finden. "Was die Leute sich mit Excel schaffen, soll uns egal sein". Wie oft habe ich das schon gehört? Ergebnis: 50% OEE. Im Klartext: auf 4 Stunden Produktion kommen 4 Stunden Störungen, Geschwindigkeitsverluste und Qualitätsausfälle.


50% OEE, auf 4h Produktion kommen 4h Störungen, Geschwindigkeitsverluste und Qualitätsausfälle

Produktion ist halt eine andere Liga. Eine einzige Maschine stellt einige tausend Daten bereit, die ALLE wichtig für den Prozess sind. Damit ist die klassische IT mit ihren standardisierten Abläufen überfordert.


Tatsache ist, dass die Fertigung immer weiter ins Zentrum der Betrachtung kommt. Welcher Automobilhersteller interessiert sich denn auch tatsächlich für die Prozesse der Verwaltung? Er erwartet Produkte in hoher Qualität zum angemessenen Preis. Mit 50% Produktivität wird das aber nichts.


Das Betriebssystem für die Fabrik ist alternativlos

Um das Betriebssystem für die Produktion wird niemand herum kommen. Die interne Digitalisierung wird entscheidend sein, wie gut sich die eigene Fertigung in die Digitale Lieferkette integrieren lässt. Smart Contracts, die im ERP hängen bleiben, senken die Herstellungskosten so gut wie gar nicht.